Informationsveranstaltung vom 1. Juli 2021

Aktualisiert: Juli 7

Am Donnerstag, 1. Juli, fand die vierte interaktive Informationsveranstaltung des Berufsreform-Projektes FUTUREMEM statt, die zeitweise bis zu 200 Personen digital mitverfolgten. Der Schwerpunkt der Veranstaltung lag auf der Erläuterung des Ausbildungsmodells sowie einem Ausblick auf die bevorstehende Berufsentwicklung und die Planung der Umsetzungsarbeiten.


Ausbildungsmodell

Alle technischen MEM-Berufe bilden ein homogenes Ausbildungssystem. Aus technologischen Gründen und aufgrund von affinen Arbeitssituationen wird dieses System auf die beiden Berufsfelder «Mechanik» und «Automation & Elektronik» aufgeteilt. Es werden auch sog. «branchenspezifische Module» definiert, welche die gemeinsame Basis für das gesamte MEM-Berufsfeld bilden. Dieser Modulbaukasten baut auf dem Ergebnis des Bildungsplanes und den konkreten Leistungskriterien auf.


Die Ausbildungsinhalte für die Berufsfachschulen (BFS) und die überbetrieblichen Kurse (ÜK) werden in allen Lehrberufen modularisiert und auf der Basis von beruflichen Praxissituationen kompetenzorientiert beschrieben.

Jeder Lehrberuf ist in eine Basisausbildung und eine Vertiefungsausbildung aufgeteilt. Die berufsfeldbezogene Basisausbildung umfasst Pflichtmodule, die für alle Lernenden eines bestimmten Berufes verbindlich sind. Die Basisausbildung orientiert sich grundsätzlich nach Berufsfeldern, um Synergien und Gemeinsamkeiten verschiedener Berufe zu nutzen und eine hohe Durchlässigkeit zwischen den Berufen zu gewährleisten.


Die Vertiefungsausbildung dient dem Erwerb, Ausbau und der Erweiterung von berufs- und firmenspezifischen Handlungskompetenzen und beinhaltet die Wahlmöglichkeiten für die Betriebe bzw. für Lernende. Die Betriebe bestimmen gemeinsam mit den Lernenden während der Ausbildung die Wahlpflichthandlungskompetenzen gemäss Bestimmungen der Bildungsverordnung (BiVo) und prüfen diese abschliessend im Rahmen der individuellen praktischen Arbeit (IPA). Diese Wahl soll den Möglichkeiten der Lernenden und der Betriebe gerecht werden. Die Vertiefungsausbildung ermöglicht nebst den Pflichtmodulen den Besuch unterschiedlicher Wahlpflichtmodule in der BFS und im ÜK.


Keine Pilotierung

Nachdem der Antrag zur schrittweisen Einführung der Berufsreform vom SBFI nach eingehender Prüfung aufgrund rechtlicher Vorbehalte abgelehnt wurde, wurde der Projektplan durch die Projektleitung angepasst. Der Start der neuen Berufslehren ist nun ohne Pilotierung und schweizweit einheitlich für das Jahr 2024 vorgesehen.


Hauptfokus Berufsentwicklung

Der Hauptfokus der Arbeitsgruppen liegt in den kommenden Monaten auf den Berufsentwicklungsarbeiten. Nach den Rückmeldungen des SBFI zu den erarbeiteten Qualifikationsprofilen wurden die überfachlichen Handlungskompetenzen in den Bildungsplan verschoben. Alle Handlungskompetenzen wurden berufsspezifisch kontextualisiert und mit Blick auf den Outcome beschrieben. Die Abgrenzungen zwischen den Berufen wurden geschärft. Kurz vor der Infoveranstaltungen gab das SBFI für die meisten Dokumente grünes Licht. Es müssen nur noch leichte Anpassungen vorgenommen werden.


Ziel: Im September zum SBFI

Nach einer internen Konsistenzprüfung werden die Qualifikationsprofile am 25. August zusammen mit dem Ausbildungskonzept, das während der Erarbeitung der Qualifikationsprofile angepasst, ergänzt und präzisiert wurde, der SKOBEQ-MEM vorgelegt. Im September 2021 werden dann die Dokumente beim SBFI zur Qualitätsprüfung eingereicht.


Bildungserlasse bis Frühjahr 2022

Bis Frühjahr 2022 liegt der Hauptfokus auf der Berufsentwicklung. Diese beinhaltet die Entwicklung der Bildungspläne für alle acht MEM-Berufe, insbesondere die Leistungsziele/-kriterien für die drei Lernorte und die Bildungsverordnung, welche durch das SBFI aufgrund der Inputs der Trägerschaft erstellt wird.


Kompetenzen

Als nächster Schritte werden die überfachlichen Kompetenzen («Branchenkompetenzen») für den Bildungsplan formuliert. Überfachliche Kompetenzen sind Kompetenzen im Bereich aktueller und zukünftiger Technologien, Kompetenzen im Bereich nachhaltigen Handelns, technisches Englisch sowie ICT-Kompetenzen. Die Leistungskriterien der überfachlichen Kompetenzen werden den Handlungskompetenzen zugeordnet. Die Handlungskompetenzen werden durch Leistungskriterien konkretisiert. Die Leistungskriterien erfüllen folgende Eigenschaften: Sie sind als konkrete Tätigkeiten und handlungsorientiert beschrieben, beobachtbar, mess- und beurteilbar und einem oder mehreren Lernorten zugeordnet. Formuliert werden zudem Arbeitssituationen, um das Anspruchsniveau zu definieren (Komplexität, Unvorhersehbarkeit; Veränderlichkeit; Verantwortung; Zusammenarbeit). Die NQR-Stufen sollen ersichtlich und bestimmbar sein. Daraus abgeleitet wird später der Modulbaukasten. Modulbeschreibungen sollen möglichst offen formuliert werden können, um auf die rasanten technischen Fortschritte reagieren und auch künftig neue Technologien und neue Bedürfnisse zeitnah in die modularisierte Ausbildung integrieren zu können. Während die derzeitigen FUTUREMEM-Projektarbeiten aus der Arbeitsperspektive geschehen, wird der Modulbaukasten später aus der Ausbildungsperspektive erstellt.

Bald in die Umsetzungsphase

Nach der jetzigen Konzeptionsphase gelangt das Projekt FUTUREMEM bald in die Umsetzungsphase. Dabei sind Berufsfachschulen ganz wichtige Partner. Es ist ein Anliegen der Projektträger, alle beteiligten Partner schon früh miteinzubeziehen. Im Rahmen einer interaktiven Umfrage zur Umsetzungsvorbereitung legten die Teilnehmer ein besonderes Gewicht auf die Lern-/Lehrinhalte (69 Prozent), die Lern-/Lehrmedien (49 Prozent) sowie das Training von BFS-Lehrern (45 Prozent) und Berufsbildnern (44 Prozent).

Die Lern-/Lehrmedienentwicklung und die Umsetzungsdokumente werden in den kommenden Monaten im Rahmen einer verbundpartnerschaftlichen Umsetzungsvorbereitung entstehen.

Die nächste Informationsveranstaltung findet am 27. Januar 2022 von 15.00 bis 18.00 Uhr statt.


Aufzeichnung der Informations-Veranstaltung




Ergänzend werden wir unter Dokumente eine Zusammenstellung der wichtigsten Fragen und Antworten (FAQ) publizieren. Die Erweiterung erfolgt zeitnah.


Dokument:

Präsentation deutsch

210701_Präsentation Infoveranstaltung_D_final
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Am Donnerstag, 01. Juli 2021, von 16:00 bis 17:30 Uhr informiert die Projektleitung zum aktuellen Stand der Reform. Der Fokus liegt auf den verschiedenen Teilprojekten, dem Ausbildungskonzept und dem